Gewerkschaftsverband der Bahn (TRAWU) plant Streik - 04/2008

Aus Tansania Information
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Am 1.1.08 hob die Regierung die Mindestlöhne an. Allerdings gestand sie einigen Firmen zu, weniger zu zahlen. <Verg. Tans.-Inf. 3/08 S. 8> Die TRL ist der Überzeugung, diese Regelung stehe auch ihr zu. Bisher erhielten die TRL-Angestellten 87.000/- TSh. Unlängst wurde der Lohn um 15% auf 100.000/- TSh angehoben, plus 17 % für Miete und 10.000/- TSh für Fahrtkosten. Das seien Peanuts, erklärten die Arbeitnehmer. Sie fordern 400.000/- TSh.

Mit dem Ziel, auf die TRL Druck auszuüben, plante die TRAWU einen Streik. 99,8 % der 483 Mitglieder stimmten dafür. Der TRAWU-Generalsekretär rief die Streikenden auf, Ruhe zu bewahren, während man die Streikmodalitäten ausarbeite. Die Streikenden müssten mit allen möglichen Konsequenzen rechnen, betonte er; "der Weg zu einem besseren Leben im Himmel, führt durch den Tod".

Die TRL sieht sich außer Stande, höhere Löhne zu zahlen, denn sie mache Verlust, könne wegen schlechter Lokomotiven, Waggons und Gleise keinen Profit erwirtschaften. Sie betonte, weil der Fall bei der Commission for Mediation and Arbitration und dem Arbeitsgericht anhängig sei, seien Streiks illegal.

Als am 12. März alle Vorbereitungen getroffen waren, die Polizeigenehmigung vorlag, sollte der Streik beginnen.

Da bot die TRL an, ab sofort 160.000/- TSh zu bezahlen, ab August 200.000/- TSh, denn man rechne damit, dass die Einnahmen bis dahin stiegen. Der TRL-Geschäftsführer forderte die Angestellten auf, sich voll und ganz einzusetzen, damit die Organisation in der Lage sei, Infrastruktur und Lokomotiven zu reparieren und endlich die Löhne anzuheben.

Im Inneren des Landes begannen die Arbeitnehmer den Streik wie geplant, denn sie erfuhren erst später von der neuen Entwicklung. Die Reisenden mussten ein bis zwei Tage auf die Weiterreise warten. In Tabora und Dodoma stürmten viele das Büro des Regional Commissioner in der Hoffnung, er werde Druck auf die TRL ausüben. In Dodoma legten sich einige Frauen auf die Straße, um den Verkehr aufzuhalten, andere bettelten um Hilfe, seit zwei Tage hätten sie nichts zu essen. Manche Frauen gaben sich für einen Teller Reis mit Bohnen mitleidslosen Männern hin. Die Polizei setzte Tränengas ein, sogar in den wartenden Waggons.

Der Gewerkschaftsverband Tanzania Railways Association Workers Union (TRAWU) vertritt die Arbeitnehmer der TAZARA und der TRL. (DN 11./12./14.3.08; Guardian 27.2./5./ 12./14./15.3.08; Nipashe 3.3.08)