Zu den Fluggesellschaften ATCL und PW - 11/2008

Aus Tansania Information
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Vergangenheit und Zukunft der ATCL

Die Air Tanzania Corporation (ATC) wurde 2002 privatisiert; seither heißt sie Air Tanzania Corporation Ltd. (ATCL). Die South Africa Airways (SAA) übernahmen 49 % der Anteile. 2004 belief sich das Defizit auf 7,7mrd/- TSh. Die Flugzeuge wurden schlecht gewartet, wenig Kapital investiert. 2006 löste man die Ehe mit der SAA. Die Interessen der beiden Partner waren zu unterschiedlich. Die SAA warfen der tansanischen Regierung vor, sie habe versäumt, die 30 Mio. US$ zu investieren, die nötig gewesen wären, um zu verhindern, dass man dauernd Verluste macht. Die Lage verbesserte sich etwas. Aber für den Kauf neuer Maschinen fehlt das Kapital. Man muss Flugzeuge leasen. Nun hofft die ATCL auf ein Darlehen in Höhe von 7,1mrd/- TSh von internationalen Banken.

Insgeheim hat die Regierung Beratungen mit der Chinese Development Bank über die Beteiligung einer chinesischen Firma mit 49 % der Anteile aufgenommen. Ihre Zentrale liegt in Hongkong, Sie hat Zweigniederlassungen im Inneren Chinas, in Afrika und Lateinamerika. Acht weitere Interessenten hatten Angebote gemacht. Die Regierung behält 51 % der Anteile, plant einem tansanischen Investor 10 % zu verkaufen. Die chinesische Bank übernimmt die Garantie für Darlehen, mit denen neue Flugzeuge gekauft werden sollen. (DN 12./29.9./23.10.08; Guardian 15./ 16.8.08; The East African 16.8.08)

Pläne der ATCL

Ehe sie mehr internationale Ziele anfliegt, will die ATCL verstärkt den lokalen Markt Tansanias abdecken. Sie fliegt nun von Dar-es-Salaam über Tabora nach Kigoma, bald sollen Bukoba und Musoma folgen, Sansibar soll häufiger angeflogen werden. Man plant aber auch Burundi, Dubai, Lubumbashi (DRC), Mosambik, Ruanda, Sambia und Südafrika in den Flugplan aufzunehmen. (Guardian 17.9.08)

Finanzielle Probleme der ATCL

Im Juni konnte die ATCL keine Passagiere transportieren, weil die Schulden für Treibstoff auf 2,5mrd/- TSh angewachsen waren. Die Passagiere mussten auf Konkurrenz-Unternehmen wie South Africa Airways und Precision Air umgebucht werden. Die ATCL hat zwei Boeings 737-200 und einen Airbus A320-11. Experten meinen, angesichts stetig steigender Treibstoffpreise sei der Betrieb der Boeings zu kostspielig. Setzte man für kürzere Strecken kleinere Flugzeuge ein, könnte man sehr viel einsparen. (Citizen 27.6.08)

Technische Probleme der ATCL

Wegen größerer technischer Mängel müssen drei der fünf ATCL-Maschinen in unterschiedlichen Flugplätzen auf dem Boden bleiben. Bei einer gelangte während des Starts ein Gegenstand in eine der Düsen und verursachte schweren Schaden. Die Ersatzteile wurden im Ausland bestellt. Auch die restlichen Flugzeuge müssten gewartet werden. (DN 9.9./16.10.08)

Erfolge der Precision Air (PW)

die führende private Fluglinie Tansanias, kann ihr Programm ausbauen, denn sie erhält zu ihren acht ATR Turboprops eine Boeing 737-300. Innerhalb des letzten Jahres wuchs die Zahl ihrer Passagiere um 10 %.

Das Angebot wird ständig erweitert. Die PW fliegt von Mwanza über den KIA nach Nairobi, von Dar-es-Salaam nach Kigali, Bujumbura, Kampala, Nairobi und Lubumba-shi. "Die Precision Air ist bereit, alle Regionen Tansanias zu bedienen, wenn die Regierung für brauchbare Flugplätze und Einrichtungen sorgt“, versicherte ihr Vorsitzender.

Die PW bietet nun täglich zwei Flüge von Dar-es-Salaam nach Arusha an. Täglich einmal fliegt sie von Dar-es-Salaam nach Mwanza.

Vor knapp 20 Jahren nahm die PW den Betrieb mit einem Flugzeug auf. Stetig vergrößerte sie ihre Flotte. Ursprünglich war sie im Besitz eines tansanischen Privatmannes. Dann erwarb Kenya Airways 49 % der Anteile. 51% behielt der tansanische Unternehmer. (DN 19.3.08; Guardian 3.9.08; Arusha Times 22.3./2.8.08)