Bedeutung von Swahili und lokalen Sprachen - 10/2006

Aus Tansania Information
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Zur panafrikanischen Rolle des Swahili

Präsident Pohamba aus Namibia sagte, Swahili solle als Sprache des afrikanischen Kontinents akzeptiert werden. In den Ländern, in denen es dafür besonders geeignet ist, solle man Swahili als Verkehrssprache unterrichten. Es könne zur wirtschaftlichen Befreiung Afrikas einen positiven Beitrag leisten. Swahili sei eine Sprache, die keiner einzelnen Ethnie, keinem Land, keiner Region gehöre, sondern Afrika und allen Afrikanern. "Niemand kann behaupten, sie sei sein Eigentum." Nehme man Zulu oder Hausa bekomme man Probleme. "Sie sind Eigentum von Menschen in Süd- bzw. Westafrika. Aber Swahili wird in Tansania, Kenia, in Teilen Ugandas, Sambias, Malawis, Burundis, Ruandas, Somalias und der Republik Kongo gesprochen, sogar hier. Also, wessen Eigentum ist Swahili?" Er erwarte, die African Union (AU) werde Swahili als Sprache des Kontinents fördern, habe sie Swahili doch bereits als eine der Arbeitssprachen akzeptiert. Namibia sei bereit, seinen Teil beizutragen. Es habe keine das Land verbindende afrikanische Sprache. (DN 24.6.06)

Brief aus Namibia: Unsere Ministerin für Information, Rundfunk und Fernsehen sagte vor Tansaniern, sie hätten die Pflicht, dafür zu sorgen, dass Swahili in Namibia gefördert wird. Die Regierung werde eine Organisation der Freundschaft, eine 'Chama cha Urafiki' gründen, die Swahili in Namibia fördert und Namibier und Tansanier sehr viel enger zusammenbringt als es in der Vergangenheit der Fall war. Die Ministerin war Freiheitskämpferin und lebte während der dunken Tage, als Namibia vom Apartheidsregime Südafrikas beherrscht wurde, längere Zeit in Tansania. Bei ihren Reisen erlebte sie, wie wichtig Swahili ist, um Menschen unterschiedlicher Herkunft, Traditionen und Sitten zu einen. Pohamba kam nach Tansania an dem Tag, als es unabhängig wurde. Deshalb nennt er sich Tanganjikaner, nicht Tanzanier. Es ist nicht schwer, zu verstehen, warum Namibier, die während ihres Exils in Tansania lebten, Swahili lieben. (DN 25.6.06)

Zu überregionaler Verwendung des Swahili

Der Stellvertretende Minister für Information, Kultur und Sport sagte, Tansania schlug der Southern Africa Development Community (SADC) vor, Swahili als eine ihrer offiziellen Sprachen zu verwenden. In der East African Legislative Assembly sei das bereits der Fall. An der Satzung des East African Kiswahili Council, der demnächst gegründet werde, habe der tansanische National Kiswahili Council (Bakita) mitgearbeitet. Außerdem bereite man gut ausgebildete Dolmetscher und Übersetzer und ein Vokabular für Diplomaten vor. (DN 29.7.06)

Zur Pflege des Swahili

Der Erziehungsminister Sansibars, auch Abgeordneter im Parlament der Union, betonte, es sei sehr wichtig, ein standardisiertes Swahili zu haben, das ohne Schwierigkeiten auf dem Festland und auf den Inseln gebraucht wird. Er sei unglücklich über die bestehenden Unterschiede. Die Sprache wachse. Deshalb solle ein genau umrissenes System dafür sorgen, dass sich die Verwendung im ganzen Land entspricht. Unterschiede seien vor allem bei landesweiten Prüfungen gefährlich. Der Bakita und sein Gegenüber in Sansibar sollten sich treffen und ein einheitliches Swahili Vokabular schaffen. Ein anderer Abgeordneter äußerte, die Tendenz, die ursprüngliche Bedeutung der Wörter den Interessen bestimmter Leute entsprechend zu ändern, erfülle ihn mit Sorge. Das Wort Künstler z. B. bedeute nun oft Schwindler. (DN 3.8.06)

Zu medizinischen Begriffen

Viele, die sich mit Fortpflanzungsmedizin und HIV/AIDS befassen, versprachen, sie würden englischsprachiges Informationsmaterial ins Swahili übersetzen, dass es leichter zu verstehen sei und Jugendlichen helfe, ungewollte Schwangerschaft, Ansteckung mit dem HIV u. a. zu vermeiden. (Guardian 5.8.06)

Wörterbücher zu lokalen Sprachen

Bei der Präsentation von acht Wörterbüchern und Lexika zu mehreren lokalen Sprachen mit Erklärungen in Englisch und Swahili sagte Seif Khatib, Minister für Information, Kultur und Sport, die Tansanier sollten nicht gezwungen werden, Globalisierung auf Kosten ihres kulturellen Erbes zu akzeptieren. Eine Möglichkeit, mit Selbstbewusstsein zu reagieren, sei, Literatur, die kulturelles Erbe und Traditionen der unterschiedlichen Gesellschaften preist, in Ehren zu halten. Ihr Wortschatz könnte sonst vergessen werden. Erforsche und bewahre man lokale Sprachen, könne es den Tansaniern gelingen, Swahili als eine Sprache in der internationalen Arena voranzubringen, die die linguistische Kultur des Landes spiegle. Obwohl das Gesetz nicht erlaube, dass eine lokale Sprache als Unterrichtssprache verwendet wird, habe die Regierung doch nichts einzuwenden, wenn sie in Gegenden, in denen sie weit verbreitet ist, im Unterricht vorkommt. (DN 12.5.06)