Zu Fertigungsindustrie und Produkten - 10/2006

Aus Tansania Information
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Zu Folgen der Privatisierung

Das Ministerium für Industrie, Handel und Vermarktung gab bekannt, fast alle der 105 privatisierten Fabriken arbeiteten effizient. Die Regierung habe lediglich in vier der 105 Fabriken Anteile. Nur einige, alle von Einheimischen erworben, seien gescheitert und benötigten staatliche Unterstützung, unter ihnen die Cashewnuss-Aufbereitungsanlagen. Die Investoren wünschten nun mehr Mittel von der Regierung für Wiederbelebung, andere forderten ihr Geld zurück. (DN 9.8.06)

Zu importierten Produkten

Ein Abgeordneter äußerte im Parlament, Tansania sei zu einer Schutthalde für schlechte oder gar gefälschte Waren aus dem Ausland geworden. Er zeigte Tomatensoße aus Kanada, Säfte und Äpfel aus Südafrika und fragte, warum man sich nicht schäme, Produkte aus dem Ausland zu konsumieren, die Tansania selbst produzieren könne. In Tansania gediehen viele Sorten von Obst. Er frage sich auch, ob es logisch sei, importierte Plastikblumen zu kaufen, während das Land frische Blumen aus Arusha exportiere. Tansania sei nicht so arm, wie man in den Entwicklungsländern meine. (DN 6.8.06)

Zu Handwerksbetrieben

Die Organisation für Entwicklung von Kleinbetrieben (SIDO) will in einigen Regionen ihre ehemaligen Handwerkszentren wiederbeleben. Die Tansanier waren berühmt für ihr Bambus-Kunsthandwerk, ihre Töpfereien und Ziegeleien, für die Backsteine, die Seifen-, Leder- und Sisalprodukte, für die Teppiche und verzierten Flaschenkürbisse, die Verarbeitung von Früchten u. a. Viele hielten die Arbeit von Handwerkern für ein Hobby, dem man nach anderer Arbeit nachgeht. "Tatsächlich aber verdankt man diesem Industriezweig beträchtliches Einkommen und viele Arbeitsplätze", sagte ein Holzschnitzer. Die Touristen kauften viele Schnitzereien. Auch SIDO-Läden, wie sie es in Arusha, Dar-es-Salaam, Mbeya, Moshi und Mwanza gab, sollte man wieder einrichten. Man erwartet, dass Tansanias Handwerksbetriebe nun Dank Gründung der Tanzania Handcraft (TanCraft) eine neue Struktur bekommen. Bisher hat die TanCraft 170 Mitglieder.

Die halbstaatliche Organisation SIDO, 1973 gegründet, könnte die Entwicklung der Kleinindustrie vorantreiben. (Guardian 24.4.06)

Zu Lebensmittel verarbeitenden u. a. Kleinbetrieben

Mehr als 100 Betriebe, auch einige aus Kenia, wurden für diese von der Tanzania Food Processors Association (TAFOPA) organisierten Messe erwartet. "Unser Volk muss anfangen, lokal produzierten Waren zu vertrauen", sagte die TAFOPA-Vorsitzende. Man habe auch Leute, die sticken, Körbe flechten und Batiken entwerfen, zur Teilnahme eingeladen, außerdem mehrere Betriebe, die Verpa-ckungsmaterial für die Lebensmittel verarbeitenden Betriebe herstellen. Tomaten-Ketschup, Margarine, Marmeladen, Obstsäfte u. a. sind die Produkte der Kleinbetriebe dieses Sektors. Die meisten Mitarbeiter werden regelmäßig von der SIDO geschult; sie besuchen Workshops zur Qualitätskontrolle, die von der Tanzania Foods and Drugs Authority (TFDA) und vom Tanzania Bureau of Standards (TBS) organisiert werden. Diese Messe ist nach den beiden, die 01 und 03 in Arusha stattfanden, die dritte derartige. Unterstützt wird sie von IPP, SIDO, UNIDO u. a. (Guardian 1.9.06)

Autoreifen

Der parlamentarische Ausschuss für Investitionen forderte die Regierung auf, der Reifenfabrik General Tyre in Arusha das Eigentumsrecht über die Gummiplantage im Muheza- Distrikt (Tanga-Region) zu übertragen, damit diese die Gummiproduktion steigere und mehr Arbeitsplätze schaffe. "Es ist nicht zu rechtfertigen, dass die Fabrik weiterhin Rohgummi aus Malaysia importiert, wenn er lokal erzeugt werden kann", betonte der Vorsitzende des Ausschusses. Die Gummiproduktion sei drastisch zurückgegangen, weil es an potenziellen Investoren fehlte. "Von den 1.500 ha der Farm werden nur 300 bewirtschaftet. Deshalb sehen wir nicht ein, warum sie nicht General Tyre übertragen werden soll", sagte er. (Observer 28.5.06)

Bier

Der Arusha-Zweig der Tanzania Breweries Ltd. (TBL) wurde in der Gruppe der South African Breweries (SAB) 'Bester Brauer des Jahres', wie schon 03 und 04. Elf Länder nahmen an dem Wettbewerb teil, neben afrikanischen Indien und China. Beurteilt wurden Produktionskosten, Produktqualität, Leistung der Angestellten, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Waren. Hoch angerechnet wurde auch, dass man in Arusha lokal produzierten Rohstoff verwendet, nämlich Gerste aus Karatu und von Gebieten am West-Kilimanjaro. (Arusha Times 9.9.06)

Honig

Wissenschaftler der Sokoine University of Agriculture (SUA) entwickelten ein Gerät, mit dem für den lokalen und den Exportmarkt hochwertiger Honig geschleudert werden kann. Bisher war die Honigqualität wegen schlechter Schleudertechnik nicht hoch. Das soll sich nun ändern. Jetzt können auch Honig-Nebenprodukte von guter Qualität gewonnen werden. (Guardian 18.9.06)

Kunstdünger

Die Minjingu Mines and Fertiliser Company Ltd. (Manyara-Region) will für Kunstdünger pro Jahr 30.000 t Phosphat produzieren, statt in Form von Pulver nun als Granulat, was die Anwendung erleichtert. Das neue Produkt soll Mazao heißen. Es wurde eigens für die Bodenbeschaffenheit Ostafrikas passend entwickelt. (Guardian 23.8./ 9.9.06)

Medikamente

Die in Moshi ansässige InterChem Pharma Ltd. (IPL) plant ein Werk, das antiretrovirale Medikamente herstellt, außerdem Anlagen für Injektionen und Infusionen. Zusätzlich soll innerhalb von maximal zwei Jahren eine Produktionsstätte für Penicillin-Produkte entstehen. Auch neue Mittel gegen Malaria, Diabetes und Bluthochdruck stehen auf dem Programm. (DN 14.4.06)

Plastikartikel

Den Verband der Plastikartikel-Produzenten erfüllt mit Sorge, dass Plastikartikel vor allem aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kenia zollfrei eingeführt werden. Man sei nicht gegen Import, aber es müsse gleiche Chancen geben. Außerdem sei die Regierung umweltbewusst. Einige Plastik-Produzenten folgten dem Aufruf, Plastikabfall wieder zu verwerten. Ein Partner aus dem Ausland werde eventuell ein Plastik-Wiederverwertungswerk errichten, das voraussichtlich 1.500 Menschen zugute kommen werde. (Guardian 7.2.06)

Die Regierung kooperiert mit dem privaten Sektor, damit in den Städten nicht mehr so viel Plastikmüll herumliegt. Sie will Gruppen, die Plastikmüll sammeln mit Geräten unterstützen. Jugendgruppen sollten Plastikmüll sammeln, der Tanzania Industrial Research Development Organisation (TIRDO) verkaufen und auf diese Weise schnell viel Geld verdienen.

Die Regierung kaufte in Norwegen eine Maschine für Wiederverwertung von Plastik. Staatsminister Mwinyi sagte, die Hersteller von Plastikartikeln sollten ihren Rohstoff von TIRDO beziehen.

Wiederverwertungsanlagen für Plastik können nun steuerfrei importiert werden. Damit will man mehr Menschen ermutigen, in die Wiederverwertung von Plastik einzusteigen. (DN 31.3.06)

Pulverkaffee

Die Kaffee-Verarbeitungsanlage von Makambako, ein Zweig der Mbinga Coffee Curing Company, ist nun in Tansania die zweitgrößte Produzentin von Pulverkaffee in Dosen. Pro Stunde sollen mindestens 2 t Pulverkaffee entstehen. Man will den Forderungen des neuen vielversprechenden Marktes in Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Südafrika und Nord- und Südamerika nachkommen. (Guardian 19.8.06)

Seife

BIDCO, eine Firma die Speiseöl- und Seife herstellt, erweitert ihr Werk. Ihre Kapazität wächst dadurch von 2.000 t auf 6.000 t pro Monat. Die Zahl der Arbeitsplätze steigt von 125 auf 200. (Guardian 8.3.06)

Die Seifenfirma Detergent Ltd. von Tanga führte ein neues Seifenpulver ein, Foma Imara genannt. Es ist besser und preisgünstiger als vergleichbare Produkte. (ITV Habari 19.9.06)

Streichhölzer

Der Kibo Streichholzfabrik in Moshi (Kilimanjaro-Region) droht die Schließung, weil geschmuggelte, minderwertigere Streichhölzer aus Pakistan, Indien und Indonesien das Land überschwemmen. Sie sehen denen der Kibo Match Group sehr ähnlich, incl. Warenzeichen und TBS-Zertifizierung. "Wir können nicht konkurrieren, weil sie ihre Ware zu einem Schleuderpreis anbieten", sagte der Produktionsleiter. Die Firma stellt pro Monat statt 42.000 nur noch 13.000 Schachteln her; sie entließ 500 Angestellte, behielt nur noch 270. Die Betrügerei kam ans Licht, weil sich viele Kunden bei der Firma beklagten, denn sie hielten diese für die Produzentin der schlechten Streichhölzer.

In Dar-es-Salaam gibt es eine weitere Streichholzfabrik. Sie importiert fast ihre gesamten Rohstoffe. (Guardian 1.6.06; Arusha Times 1.7.06)

Textilien

In den letzten fünf Jahren schufen die Textilwerke 12.000 Arbeitsplätze. Die Produktivität des Sektors erholt sich allmählich wieder. Im Augenblick werden pro Jahr ca. 200 Mio. m Stoff produziert.

In den 70er Jahren investierte die Regierung mehr als 500 Mio. US$ in die Textilwerke. Aber aus unterschiedlichen Gründen schrieben sie rote Zahlen, einige mussten schließen, manche standen leer und wurden ausgeraubt.

Die Textilwerke verwenden in Tansania gesponnenen Faden und Webwaren aus heimischer Baumwolle.

In Tansania hergestellt werden die bedruckten Stoffe Khanga und Kitenge, die bunt gewebten Kikoi, auch Drell, Linnen, Zeltstoff u. a.

Aber es gibt für die heimische Produktion und den lukrativen Exportmarkt nur zwei Spinnereien. Seit kurzem verkaufen sie Kleinbetrieben keinen Faden mehr, töten dadurch die Heimindustrie. Das ist bedauerlich, weil diese von zentraler Bedeutung ist. "Importierter Faden ist teuer. Deshalb können unsere Produkte nicht mehr mit denen aus China konkurrieren", klagte ein Kleinunternehmer. (Guardian 24.2.06)

In Kisongo, einem Stadtteil von Arusha, errichtete eine der größten japanischen Firmen zusammen mit dem in Arusha ansässigen A-Z-Textilwerk eine Fabrik. Sie will - in Afrika erstmalig - langlebige imprägnierte Moskitonetze herstellen (mindestens 5 Jahre Haltbarkeit). Im Oktober 06 sollen 3.000 Tansanier eingestellt werden, nach Abschluss der zweiten Bauphase im kommenden Jahr noch einmal so viele. Die japanische Firma ist die erste Japans, die privat in Tansania investiert (Guardian 10.8.06; Arusha Times 15.7.06)

Zement

Um nicht länger auf den unzuverlässigen Eisenbahn-Transport angewiesen zu sein, will die Tanga Cement Company (TCC) acht Lokomotiven kaufen. Ohne diese nützen die eigenen 139 Waggons nicht viel. Doch zusammen mit den Lokomotiven können sie die Transportkosten und dadurch den Preis senken. Der Umsatz der Firma stieg zwischen Jan. und Juni 06 um 19 %.

Weil die Stromversorung sehr unzuverlässig war, plant man nun, sie durch eigene Generatoren zu ergänzen. Das werde auch die Kosten senken, heißt es. (DN 20.2./11./ 12.9.06)

Die Tanzania Portland Cement Company (TPCC) sieht für eine Erweiterung ihrer Anlage in Wazo Hill 100 Mio. US$ vor. Das ermöglicht eine Steigerung der Jahreskapazität von 600.000 t auf 1 Mio. t. Die TPCC ist dann die größte Zementproduzentin in Afrika südlich der Sahara. Die neue will man neben der bisherigen Fabrik errichten.

Die Anlage in Wazo Hill arbeitet mit 100 % ihrer Kapazität, was sie zu der effizientesten Firma Afrikas macht. Die Produktion stieg von 1998 bis 2005 um 40 %. Die TPCC verarbeitet am Ort vorhandenen Rohstoff.

Sie ist eine der 17 Zementwerke der Heidelberger Cement Group. Diese zählt zu den vier größten Zementproduzenten der Erde.

Die TPCC beherrscht 41 % des lokalen Marktes. Den Rest teilen sich Tanga Cement und Mbeya Cement. (DN 25.8.06)