Stadt Arusha und Distrikt Arusha-Land - 07/2012

Aus Tansania Information
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Arusha wurde 1900 gegründet; 1948 wurde der Ort Stadt; 1948 erhielt Arusha den Municipal Status, 1980 wurde Arusha zur City erklärt. Die Stadt hat nahezu 500.000 Einwohner. (DN 11.6.12)

Zentrale vieler Einrichtungen

Der Hauptsitz mehrerer regionaler Einrichtungen ist Arusha, z. B. der der East African Community (EAC).

In und bei Arusha liegen mehrere Universitäten: Mount Meru University, Arusha University, Makumira University, außerdem Zentren für praktische Ausbildung anderer Universitäten, z. B. der University of Dar-es-Salaam. Die Aga Khan Foundation erwarb am Stadtrand an der Straße nach Dodoma ein großes Gebiet einer ehemaligen Kaffeeplantage und errichtet dort eine Universität. Dazu kommen das Eastern and African Management Institute, so wie wissenschaftliche und technische Organisationen, unter ihnen, das Tanzania Wildlife Research Institute, die Tanzania Atomic Energy Commission und das Tropical Pesticides Research Institute.

In den kommenden 30-50 Jahren soll Arusha nach einem Gesamtplan zu einer modernen Stadt entwickelt werden. Der letzte Gesamtplan, 1978 erarbeitet, wurde zum großen Teil nicht verwirklicht. (Citizen 9.1.12)

Die Verwaltung des Distrikts Arusha-Land ist bereit, 50 ha Land für den Bau von Bürogebäuden für heimische und internationale Einrichtungen bereitzustellen, für die Bank of Tanzania (BoT), den African Court for Human and People's Rights, die East African Law Society und die Büros der National ID's Authority. Die Ministerin für Bodenrecht, Hausbau, Besiedlung versicherte, man werde für die Grundstücke bezahlen. Ursprünglich waren sie Eigentum der Tanzania Plantations Ltd. (DN 4.5.12)

Geschäftsviertel geplant

Die Stadtverwaltung plant, den Stadtteil Kaloleni in ein Geschäftsgebiet zu verwandeln. Doch die Einwohner laufen Sturm dagegen. Etwa 500 Wohnhäuser, Eigentum des Gemeinderates, sollen geräumt werden. Der Abbruch soll demnächst beginnen. Nahezu 1.000 Familien mit mehr als 5.000 Menschen müssen eine andere Bleibe suchen. Der Bürgermeister betonte, die Häuser seien sehr alt, ziemlich klein und ein hässlicher Anblick. Seit vielen Jahren herrscht in Arusha Wohnungsnot. Nun plant man moderne Gebäude zu errichten, darunter auch Mietwohnungen und kommerziell genutzte Hochhäuser.

Godbless Lema, Abgeordneter für Arusha (Mitglied der Chadema), rüstet sich für den Kampf gegen diese Entwicklung. Bei einer Kundgebung sagte er, zuerst müsse man den dortigen Einwohnern zukünftige Wohngebiete zusichern. Für Einkaufsgebiete sollte man andere, weniger dicht bewohnte Gebiete wählen. Außerdem gebe es die heimliche Absicht, Kaloleni an Leute aus den Vereinigten Emiraten (UAE) zu verkaufen. Dem widersprach Bürgermeister Lyimo. Er gab zu, der Stadtrat habe die in Dubai beheimatete Philips International der UAE beauftragt, die moderne 'Kaloleni-City' zu errichten, Die Firma mag in Dubai ansässig sein, aber unter ihren Eigentümern seien Tansanier, denen es wichtig ist, den Stadtplan Arushas zu verwandeln.

Tatsächlich handle es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen der betreffenden Firma und des Stadtrats. (Arusha Times 14.1.12)

Heiratsindustrie

In Arusha ist die Heiratsindustrie ein Millionengeschäft. Meistens unterstützen Freunde, Verwandte und Kollegen die Hochzeiter großzügig. Schneidereien, Bekleidungsgeschäfte und Schönheitssalons gedeihen. Die Paare können die Kleidung auch leihen. Nicht zu vergessen sind Blumenläden, Dekorateure, Partyservice-Unternehmen, Chöre und Posaunenbläser, außerdem Vermieter von Sälen und Autos,

Die Betriebsleiterin von Arusha Mambo, einer vielseitig tätigen Medien-Organisation, will im Juni mit 25 Paaren die erste Massenhochzeit durchführen. In Arusha seien die Hochzeiten sehr kostspielig, sagt sie; auf diese Weise könnten sich mehrere Paare die Kosten teilen. Pro Woche finden hier bis zu 50 große Hochzeiten statt. Die preisgünstigsten kosten 7m/- TSh; doch manche lassen sich die Party bis zu 50m/- TSh kosten. Die christlichen sind normalerweise teuer, während die Muslime meistens mehr oder weniger rationell vorgehen.

Die Paare kommen bis von Dar-es-Salaam und Mwanza, denn wer Furore machen will, muss nach Arusha gehen.

Eine Massenhochzeit, genau so pompös und farbenprächtig wie eine gewohnte, kostet für das Paar nur 3m/- TSh, Gottesdienst, Party und Hochzeitsreise. Anschließend werden die Paare für die Flitterwoche an Orte ihrer Wahl gebracht. etwa Sansibar; Flugticket und Hotel sind incl.

Wer die Hochzeiter begleiten will, zahlt je 30.000/- TSh.

Die ersten Massenhochzeiten plant man für 25 Paare. Später sollen bis zu 40 Paare teilnehmen. Bald könnten die Hochzeiten in Stadien gefeiert werden. Die Vorbereitungen solcher Hochzeiten sind sehr umfangreich.

Arusha spielte immer eine wichtige Rolle für den Tourismus; offensichtlich entsteht ein neuer. (DN 19.3./4.6.12; Guardian 20.3.12)

Industrie

Früher gab es in Arusha Hunderte kleine, mittlere und große Fabriken. Damals exportierte Tansania elektrische Geräte, Radios, Plattenteller u. a., sechs Textilwerke produzierten Kleidung und Stoffe. General Tyres (East Africa) fertigte und exportierte Reifen und Schläuche. 60 % der Betriebe sind nun geschlossen, z. B. Meerschaum, Tanzania Litho, KILTEX. Die noch funktionierenden produzieren mit 15-60 % ihrer Kapazität. Einige Fabriken wurden zu Kirchen, viele zu Lagerhallen. Tanzania Dairies Ltd. ist nun Verteilungszentrum einer kenianischen Molkerei.

Doch es gibt auch florierende Betriebe, Tanzania Breweries Ltd., SBC Tanzania Ltd., Lizenznehmer und Abfüller von Pepsi Cola, Sunkist Bakery, Perfect Printers, Sun-Flag und viele andere. A-Z Textiles stellt die Olyset Moskitonetze her, die vom Malaria-Projekt der Weltbank finanziert werden. Das Werk hat etwa 6.500 Mitarbeiter und stellt pro Jahr mehr als 32 Mio. Netze her. Sie werden in 26 Länder Afrikas und nach Italien exportiert.

Eine Expertin meint, Arbeit suchende Jugendliche sollten ihre Aufmerksamkeit den entstehenden großen Gartenbau-Farmen und dem Tourismus zuwenden. (DN 16.4.12)

Verkehr

Die Stadtväter planen, für den Tranport von Personen verwendete zweirädrige Motorrad Boda-boda, und dreirädrige Bajaj im Stadtinneren zu verbieten, weil sie lästig seien. Am Stadtrand und auf dem Land sind sie weiterhin zugelassen. Auch Lastwagen und andere große Motorfahrzeuge dürfen nicht in der Stadt verkehren, weil sie Staus verursachen. Man will Gebiete außerhalb ausweisen, auf denen die schweren Fahrzeuge parken können. Zuwiderhandelnde sollen streng bestraft werden. Sogar die Überlandbusse müssen Haltestellen außerhalb der Innenstadt benützen.

Anderen Städten, z. B. Dar-es-Salaam, gelang es bereits, ihre zentralen Geschäftsviertel von lärmenden, gefährlichen Motorfahrzeugen zu befreien. (DN 16.4.12; Arusha Times 19.5.12)

"Stadt im Wald"

Die Stadt Arusha entdeckte eine neue Geschäfts-Nische: Sie will ihre grüne Umgebung Besuchern aus dem Ausland, die sich in jüngster Zeit umweltfreundlichem Tourismus zuwenden, verkaufen.

Der Stadtdirektor sagte, am Themi-Fluss sollen 2.000 Bäume gepflanzt werden. Der Bürgermeis-ter berichtete, zusammen mit der Bevölkerung würden die Angestellten der Stadt dafür sorgen, dass jeder Meter der Stadt mit Bäumen bedeckt ist. "Arusha wird die Stadt im Wald sein", erklärte er. (DN 4.6.12)

Der Beauftragte für Umwelt und Naturschätze der Stadtverwaltung forderte die Einwohner von Arusha auf, Geld zu spenden und beim Pflanzen von Tausenden von Bäumen zu helfen, damit die meisten Flusstäler und Straßen der Stadt von Bäumen bedeckt werden. Er gewann halbstaatliche Organisationen für die Entwicklung der Umgebung des Suye Hill für Erholungszwecke. Unternehmer gewann er, Autowaschanlagen einzurichten, damit die Autos nicht mehr neben den Flussläufen gewaschen werden. Dadurch schafft er viele Arbeitsplätze für Jugendliche. Er hilft Jugendlichen, Baumschulen anzulegen und gewann Unternehmen, für offene Plätze der Stadt zu sorgen; z. B. kümmert sich das neu eröffnete Palace Hotel um den Platz vor dem Amt des Regional Commissioner; früher war er ein dunkler Punkt der Stadt. Jedes Jahr sollen mindestens 2.000 Bäume gepflanzt werden, vor allem an Flussufern, um Schulen und andere Einrichtungen, so wie an den trockenen Stadträndern. (Arusha Times 9./16.6.12)

Straßenbau

Die Infrastruktur, vor allem die Straßen, lassen viel zu wünschen übrig. In Rahmen des Tanzania Strategic Cities Project werden nun 30 km der Stadt ausgebaut; Bis 2013 soll das Projekt abgeschlossen sein. Doch fährt man im momentanen Tempo fort, könnte es bis zum nächsten Jahrtausend dauern. Der Regional Commissioner besuchte kürzlich jede Baustelle und entdeckte das höchste Maß an Laissez-faire, Sabotage und Korruption. Er sagte, entweder arbeitet man ernsthaft oder Polizisten kommen Anfang nächster Woche mit Haftbefehlen. Erstaunlich, welche Wunder Drohungen bewirken können. Plötzlich geht die Arbeit mit Lichtgeschwindigkeit voran. (DN 11.6.12; Arusha Times 16.6.12)

Sauberkeit

Arusha ist nach Moshi die zweitsauberste Stadt Tansanias und wurde am Weltumwelttag entsprechend ausgezeichnet. Zu verdanken ist das Kampagnen für Sauberkeit und Baumpflanzen. Der amtierende Stadtdirektor gab aber zu, dass es in einigen Stadtteilen Schandflecken voll Müll gibt. "Unser Hauptproblem sind die ungeplanten Siedlungen und die Hausierer, die überall Handel treiben und Abfall wegwerfen." Nun will man Müllfahrzeuge einsetzen. (Arusha Times 16.6.12)

'Arusha ist nur eine kleine Großstadt'

Unterschiedliche Organisationen haben den Wunsch, in Arusha Konferenzen, Messen und Ausstellungen zu halten. Doch der Platz reicht nicht, so dass einige Veranstaltungen verschoben werden müssen.

Im Dezember 2010 gab es in der Stadt und ihrer Umgebung 153 Touristenhotels und Lodges mit 4.261 Zimmern und 6.779 Betten. (Arusha Times 16.6.12)